Personalized - Personalisiert (auf Personen oder Personengruppen bezogen)​

Omics Technologien - Transcriptomics Alle informationen über die Bestandteile des Körpers und die grundsätzliche Regulation entstammen dem Genom. Das Epigenom kontrolliert, welche Bereiche des Genoms an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit zur Transkription freigegeben werden. Transcriptomics befasst sich mit dem Vorgang der tatsächlichen Umschreibung von DNA in RNA, einschließlich aller dabei entstehenden RNAs. Durch Epigenomics werde Bereiche “potenziert”, d.h. grundsätzlich freigeben. Ob dann allerdings auch tatsächlich eine RNA entsteht ist nochmals auf mehreren Ebenen kontrolliert, die man zu Transcriptomics zählt. Das sind hoch-komplexe Vorgänge in einem eng verschalteten Netzwerk verschiedener Regulatoren. Leider kann man diese Vorgänge nicht direkt beobachten. Daher konzentriert sich klinische Transcrptomik auf die Analysen der entstandenen RNA-Producte, zumeist von RNAs, die für Proteine kodieren.  Was sind die wesentlichsten Ergebnisse, die für Personalisierte Medizin relevant sind? Gleichgewichtsmengen an RNAs lassen sich entweder mithilfe von Microarrays (siehe unten) oder mit Hilfe von RNA-seq bestimmen. Das ist eine speziell für RNAs adaptierten Form des Next Generation Sequencings. Jede gesunde Zelle oder jedes gesunde Gewebe hat ein “normales” Verhältnis der RNAs untereinander, trotz quantitativer Unterschiede in den einzelnen RNA-Mengen. Liegt eine Erkrankung vor, so verschieben sich die Verhältnisse teils sehr deutlich. Eine RNAs werden sehr viel mehr gebildet, andere Verschwinden aus dem Spektrum in charakteristischer Weise. Diese Veränderungen sind oft auch charakteristisch für die Erkrankung, z.B. einen Tumor. Daher werden RNA-Mesungen in Blut- oder Gewebeproben herangezogen, um das jeweilige Transkriptom zu bestimmen und Abweichungen vom Normalzustand zu entdecken.  Welche medizinischen Proben werden benötigt, um die zugehörige experimentelle Analyse auszuführen? Blutzellen enthalten RNA und reagieren oft in charakteristischer Weise auf eine Erkrankung durch Veränderungen ihrer RNA-Produktion. Derartige Veränderung lassen sich auch in Tumorgeweben oder anderen erkrankten Geweben feststellen.  Charakteristisch bedeutet aber lediglich, dass sie mit der Krankheit zusammen auftreten, ohne dass daraus in letzter Konsequenz ein wirkliches molekulares Verständnis folgen würde.  Abb 16: Klinische Transkriptomik Welche grundsätzliche Technologie steckt hinter der entsprechenden -omics Anwendung? Die bisher hauptsächlich angewandte Technologie waren Microarrays. Dabei werden tausende von kurzen DNA Proben (oft mehr als 20.000) auf ein Glasplättchen aufgebracht. Diese Proben können die einzelne RNAs erkennen und binden. Daraus ergibt sich ein optisches semi-quantitatives Signal für jede gemessene RNA. The neuere Technologie NGS RNA-Seq ist den Microarrays in mehren Hinsichten deutlich überlegen und vermeidet etliche der systematischen Fehler von Microarrays (Saturierung, Kreuzhybridisierung) und ist wesentlich sensitiver. Allerdings ist das Verfahren auch aufwendiger und teuerer, weshalb Microarrays nach wie vor parallel zu RNA-Seq verwendet werden.  Was sind die wahrscheinlichsten nächsten Entwicklungen und wie verbessern sie die Personalisierte Medizin? Es sind in erster Line zwei Entwicklungen, die den medizinischen Wert von RNA-Bestimmungen deutlich erhöhen werden. Bisher waren die Länge von DNA/RNA, die man in einem Stück lesen konnte stark begrenzt. Als Folge muss man größere RNAs aus vielen “Reads” zusammen stückeln.  Jetzt erreichen die Längen der direkt messbaren RNA-Sequenzen langsam die Gesamtlänge der RNAs, was die Bestimmung des Transkriptomes einer Zelle erheblich erleichtern wird. Zum anderen wird gerade die sogenannte Einzel-Zell RNA-Seq Methode perfektioniert, die es erlaubt RNA Mengen in einzelnen Zellen zu bestimmen. Damit kann man beispielsweise eine Tumor-Subtypisierung in einer einzigen Biopsie-Probe vornehmen.  Was kommt als nächstes? Nächste Woche folgen wir der Expressions-Kette weiter zum Gebiet der Proteomics, also der Welt der Proteine. Die meisten heute im klinischen Einsatz befindlichen Biomarker sind Proteine. ​

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Omics Technologien - Epigenomics Epigenomics befasst sich mit epigenetischen Veränderungen im ganzen Genom einer Zelle. Epigenetische Veränderungen sind reversible chemische Veränderungen der genomischen DNA oder der Histone, die genomische DNA in Chromatin verpackt. Epigenetische Veränderungen haben weitreichende Konsequenzen für die Gene-Expression, ohne dabei die eigentliche DNA Sequenz zu verändern. Daher können solche Veränderungen mit Genomics Methoden nicht erkannt werden.  Was sind die wesentlichsten Ergebnisse, die für Personalisierte Medizin relevant sind? Eine “Krebs-Mutation” könnte niemals im Alleingang eine ganze Zelle in eine unkontrolliert wachsende Tumorzelle umwandeln. Das passiert in einem mehrstufigen Prozess, bei dem die Auslöser-Mutation zunächst entscheidende eigenetische Veränderungen induziert, die ganze Reihen von Genen an- oder abschalten. Es gibt zwei prinzipielle Arten von epigenetischen Veränderungen: aktivierende und hemmende. Der Tumor muss sowohl die Wachstumszyklen der Zelle aktivieren als auch im Gegenzug die Gene abschalten, die dem in einer gesunden Zelle entgegenwirken. Die häufigste epigenetische Veränderung, die heute analysiert wird, ist die DNA Methylierung. Dabei wird an einer Cytosine Base (C) eine Methylgruppe angehängt, was bei gehäuften Auftreten normalerweise zur Abschaltung der betroffenen Gene führt. Histon Modifikationen sind nicht weniger wichtig, aber technisch erheblich aufwändiger in der Bestimmung. Sie zeigen dafür in einem wesentlich feineren Raster sowohl Gen-Aktivierungen als auch Gen-Inaktivierungen an.  Welche medizinischen Proben werden benötigt, um die zugehörige experimentelle Analyse auszuführen? Wir haben alle (mehr oder weniger) dasselbe Genom in allen Körperzellen. Allerdings hat fast jede Zelle, zumindest aber jedes Gewebe ein eigenes Epigenom. Daher wird man aus einer Blutprobe, z.B. eines Tumor.Patienten, nur dann verlässliche Aussagen bezüglich des Tumors ableiten können, wenn es gelingt die zirkulierenden Tumorzellen zu isolieren. Normalerweise basieren epigenomische Analysen auf Biopsien.  Abb. 15 Epigenetik kontrolliert die Transcription: Histon H3 ist ein Teil eines Octamers aus Histonen, die ein Nukleosom bilden, um das die genomische DNA herumgewickelt ist. K4 und K27 sind Lysin Aminosäuren an den entsprechenden Positionen im Histon H3, der Gen-Promoter ist das zentrale Steuerelement eines Gens/Transkriptes und wird epigenetisch ein- oder ausgeschaltet. Genomische DNA ist blau dargestellt, RNA grün-gelb. Welche grundsätzliche Technologie steckt hinter der entsprechenden -omics Anwendung? DNA Methylierung erfasst man üblicherweise über eine Variante des Next Generation Sequencings (NGS). Dabei werden methylierte C-Basen chemisch so modifiziert, dass sie in der anschließenden Sequnzierung als Ts gelesen werden. Wo immer man dann anstelle eines C im Referenzgenom ein T in der Probensequenz liest, befand sich ein methyliertes C. Histone Veränderungen sind schwieriger zu entdecken. Man verwendet hierzu einen Methode, die Chromatine-Immuno-Precipitation Sequencing heißt, abgekürzt ChIP-seq. Spezielle Antikörper entdecken dabei jeweils genau eine spezifische Histon-Veränderung und lassen sich dazu verwenden, kurze DNA Stücke (in Chromatinform) mit diesen veränderten Histonen herauszuziehen, die dann per NGS sequenziert werden. Aber das muss man für jede Histon Veränderung einzeln machen. Was sind die wahrscheinlichsten nächsten Entwicklungen und wie verbessern sie die Personalisierte Medizin? DNA Methylierung kann man heute schon direkt messen, ohne das aufwändige Bisulfite Verfahren. Das erfolgt im sogeannten Nanopore-Sequencing, bei dem die Basen an charakteristischen Veränderungen des elektrischen Widerstands erkannt werden, während sie durch die Pore gleiten. Methylierte Cs erzeugen eine andere Veränderung als nicht-methylierte Cs, woran man sie erkennen kann. Es kann mit Fug und Recht angenommen werden, dass sich auch hinsichtlich anderer epigenetischer Veränderungen die Technologien so weiterentwickeln werden, dass es in Zukunft keinen wesentlichen Mehraufwand bedeuten wird, das Epigenom genauso wie das Genom zu lesen. Wenn das eintritt, werden epigenetische Analysen mindestens so wichtig wie genetische, wenn nicht wichtiger.  Was kommt als nächstes? Nächste Woche kommt das Gebiet der Transcriptomics dran. Das ist der Bereich, in dem die eigentliche Steuerung der Transcription genomischer DNA in RNA erfolgt. Das ganze steht natürlich unter der Kontrolle der Epigenetik und der Genetik. ​

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Omics Technologien - Genomics Genomics bezeichnet den Teil der molekularen Biologie, der sich mit der Struktur, Evolution, and dem Kartieren von Genomen befasst. In Bezug auf die Personalisierte Medizin steht dabei die Erkennung von Veränderungen im Genom   eines Menschen (Mutationen, Einfügungen oder Verlust von DNA Stücken, oder sogar die Translokation von Stücken von Chromosomen).  Was sind die wesentlichsten Ergebnisse, die für Personalisierte Medizin relevant sind? Veränderungen in der Genomsequenz die zu krankmachenden oder für Krankheiten empfänglich machenden Genen führen sollten frühzeitig erkannt werden. Dadurch kann man entsprechende Veränderungen des Lebenswandels empfehlen (z.B. bei etlicher Fettleibigkeit). Im Falle gefährlicher Mutationen, die erst später im Leben zu Erkrankungen führen, kann man Personen frühzeitig engmaschig überwachen (e.g. die BRCA Mutationen, die ab einem bestimmten Alter Brustkrebs auslösen). Im Falle von Krebserkrankungen kann man die Tumorgenetik dazu einsetzen, die treibende Kraft des Tumors zu identifizieren und daraus Rückschlüsse für die optimale Therapie ziehen.  Grundsätzlich werden zwei Ansätze verwendet. Sequenzierung des gesamten Exoms (WES), das sind nur die Teile der DNA, die auch für Proteine kodieren. Das wird als der wichtigste Teil des Genoms angesehen, außerdem ist es am einfachsten zu interpretieren, das es nur ungefähr zwei Prozent des Genoms umfasst. Der ganze Rest auf die vollen 3 Milliarden bp wird von Gesamt-Genom Sequenzierung (WGS) erfaßt. Es ist aber auch bedeutend schwieriger, diese Datenflut sinnvoll zu interpretieren.  Welche medizinischen Proben werden benötigt, um die zugehörige experimentelle Analyse auszuführen? Allgemeine Diagnostik für genetische Mutationen kann man schon wenige Stunden nach der Geburt in einer Blutprobe durchführen. In Fall von Tumorerkrankungen, können entweder zirkulierende Tumorzellen aus dem Blut nachgewiesen werden, oder man benötigt eine Gewebeprobe des Tumors (Biopsie). Welche grundsätzliche Technologie steckt hinter der entsprechenden -omics Anwendung? Lange Zeit war die Bestimmung einer kompletten Genomsequenz eine Mammut-Aufgabe, mit der enorme Kosten verbunden waren. Heute kann Next Generation Sequencing (NGS) ein komplettes menschliches Genom in wenigen Tagen sequenziellen und das zu einem Preis der zwischen 3.000 und 6.000 € liegt. Die danach folgende bioinformatische Analyse, um die Ergebnisse einer sinnvollen Interpretation zuzuführen, ist immer noch eine schwierige Aufgabe. Vor allem, wenn man sich nicht nur auf die bekannten Zielregionen beschränken möchte.  Abb. 14: Genomics schematischer Überblick mit den wichtigsten Ergebnissen der Sequenzanalyse Was sind die wahrscheinlichsten nächsten Entwicklungen und wie verbessern sie die Personalisierte Medizin? Wir alle haben Millionen von Variationen im Vergleich zu unseren Mitmenschen. Es ist im Einzelfall ziemlich schwierig daraus vorherzusagen, welche Veränderungen wohl krank machen und welche nicht. Dazu kommt noch, dass einige Veränderungen nur eine einem bestimmten genetischen Umfeld zu Erkrankungen führen. Man muss also auch noch die Beziehungen mehrerer Veränderungen untereinander kennen. Der einzige Weg, das im großen Stil zu bewerkstelligen, besteht darin Millionen von Genomsequenzen zu vergleichen. Da viele davon gesund sein werden, läßt sich daraus der Unterschied zwischen harmlosem Hintergrundrauschen und problematischen Veränderungen ableiten. Die weitere Entwicklung der NGS Methoden wird uns immer schneller und billiger komplette Genomsequenzen liefern. Der technische Fortschritt wird uns also mit den erforderlichen riesigen Datenmengen versorgen, die zur Erfassung vieler neuer Krankheits-korrelierten Veränderungen notwendig sind.  Das kann aber nur funktioneren, wenn wir auch alle bereit sind, unsere Genomdaten der Forschung und Medizin für diesen Zweck zu Verfügung zu stellen, also unser Einverständnis erklären. Letztlich werden wir alle von so einem breiten Einverständnis profitieren. Was kommt als nächstes? Nächste Woche ist das Thema Epigenomics dran. Das ist ein relativ junger Forschungszweig der Genregulation, der vor allen den starken Einfluss der Umgebung berücksichtigt, sowohl der aktuellen als auch der vergangenen Umgebung.  ​

Personalized - Personalisiert (auf Personen oder Personengruppen bezogen)​

Omics Technologien Personalisierte Medizin bezieht das spezielle Patienten-bezogene Wissen aus entsprechenden speziellen Analyse-Techniken, die geeignet sind, sowohl Individuen als auch Patienten-Gruppen zu charakterisieren. Die erforderlichen Informationen werden in erster Linie durch molekularbiologische Verfahren erhalten, die man unter dem Sammelbegriff -omics-Technologien zusammenfassen kann. Dabei steht die Silbe -omics hier für Analyse einer Datengesamtheit ein sogenanntes -ome. Beispielsweise das ganze Genom, das gesamte Transcriptome, etc. Einfach alles was man kollektiv für eine Zelle, ein Gewebe oder einen Organismus finden kann. Dementsprechend gibt es zu jedem -ome Datensatz eine entsprechende -omics Analyse. Ich werde hier die verschiedenen -omics Bereiche zunächst nur ganz kurz definieren und dann in den folgenden Blog Einträgen näher auf die einzelnen Bereiche eingehen. Damit sollte es leicht möglich sein, schnell Informationen zu einem gesuchten Begriff zu finden.  The wichtigsten -omics Bereiche, die in diesem Blog behandelt werden: Genomics Daunter versteht man die Bestimmung und Analyse der genetischen DNA einer Zelle, eines Gewebes, oder eines ganzen Individuums, um Abweichungen in der Basen-Sequenz zu finden. Damit kann man genetische Risiken für Krankheiten oder Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten erkennen.  Epigenomics Bestimmung von Chromatin-Veränderungen, die nicht direkt die genetische Sequenz betreffen. Sie verändern aber die Chemie rund um die DNA und speziell der Proteine, in welchen die DNA eingepackt ist (Nucleosomen). Damit erkennt man “Umprogrammierungen”von Genombereichen, die zu Krankheiten führen, auch wenn gar keine Mutationen vorliegen. Das Ausführungsprogramm der Gene ist hier verändert, nicht die Gene selbst. Transcriptomics Doppelsträngige DNA (die Helix) wird in einzesträngige RNA umgeschrieben (transkribiert). Diese RNA kann sich dann von der DNA lösen un durch die Zelle wandern. Sogenannte messenger (Boten) RNA, mRNA, trägt die Instruktionen für die Proteine (Eiweiße) die in der Zelle gebildet werden. Dazu wird die mRNA abgelesen und in eine entsprechende Abfolge von Aminosäuren durch die Protein-Fabriken der Zoll (Ribosome) übersetzt, was dann letztlich das Protein darstellt. Sowohl die Art als auch die Menge an einzelnen mRNAs, die in einer Zelle vorhanden sind, geben Aufschluss über Veränderungen, die mit Krankheiten zusammenhängen,die oft erst später als klinisch relevant auftreten, Transcriptomics und Epigenomics sind eng miteinander verflochten und regulieren sich gegenseitig.  Abb 13: Die fünf wichtigsten -omics Bereiche und ihr Bezug zu Vorgängen in der Zelle. Proteomics Wenn die mRNA erfolgreich in ein entsprechendes Protein übersetzt wurde, kann dieses Protein nun seinerseits durch die Zelle zu seinem Wirkort wandern. Dabei werden Proteine oft noch chemisch verändert (z.B. durch Phosphorylierung), wodurch sie an spezielle Aufgaben angepasst oder einfach nur aktiviert werden. Proteine sind die am häufigsten genutzten Biomarker for Krankheits-relevante Veränderungen im Organismus und können routinemäßig in Körperflüssigkeiten (Speichen, Blut, oder Urin) bestimmt werden.  Metabolomics Alles was wir essen wird im Magen-Darmtrakt in kleine Einheiten zerlegt, die der Körper aufnehmen und verwerten kann. Daraus werden in der Folge alle Bausteine des Körpers sowie die Energielieferanten gewonnen, bzw. aufgebaut, die der Körper braucht. All diese Teile werden als Metaboliten bezeichnet. Sie sind erforderlich, um Energie zu Leben zu erzeugen, Körpermasse aufzubauen, oder Defekte zu reparieren (z.B. Wundheilung). Die Gesamtheit dieser Metaboliten, einschließlich der verarbeitenden Proteine werden als Metabolome einer Zelle, eines Gewebes oder eines ganzen Menschen bezeichnet. Ich werde mich auf diese fünf Kategorien konzentrieren, obwohl es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer -ome und -omics Gebiete gibt (z.B. Lipidomics, Fette und ihr Stoffwechsel). Die genannten fünf stellen aber die wesentlichsten Informationslieferanten für Anwendungen und Weiterentwicklung der Personalisierten Medizin dar.  In den nächsten fünf Blog Einträgen werde ich diese -omics Technologien hinsichtlich einer allgemeiner Fragen näher beleuchten:  Was sind die wesentlichsten Ergebnisse, die für Personalisierte Medizin relevant sind?Welche medizinischen Proben werden benötigt, um die zugehörige experimentelle Analyse auszuführen?Welche grundsätzliche Technologie steckt hinter der entsprechenden -omics Anwendung?Was sind die wahrscheinlichsten nächsten Entwicklungen und wie verbessern sie die Personalisierte Medizin?  Was kommt als nächstes? Nächste Woche folgt der erste Teil der speziellen -omics Serie, eine Erklärung von Genomics anhand der vier skizzierten Fragen. ​

Predictive    - Prädiktiv (vorausschauend)​

Selection of optimal treatment (Optimale Therapie-Auswahl) Personalisierte Medizin erfasst viele Daten, die für eine optimale Therapie-Auswahl für die Patienten geeignet sind. Kennt man den genetischen Hintergrund chronischer Leiden (z.B. Reizdarm oder Asthma) so kann man besser Medikamente und Therapien (auch unterstützende Veränderungen des Lebensstils) auswählen, die zum genetischen Profil des Patienten oder der Patientengruppe am besten passen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die gewählte Therapie nicht nur wirksam, sondern auch verträglich für die Patienten sein wird. Das endet natürlich nicht bei der Auswahl des am besten geeigneten Medikaments. Auch individuelle Anpassung von Dosis, Zeit und Rhythmus der Einnahme können anhand genetischer Informationen optimiert werden. All das trägt zur bestmöglichen Wirksamkeit der Therapie bei und sorgt auch dafür mögliche bzw. unvermeidliche Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Eventuell kommt man auch zu dem Schluss, dass insgesamt betrachtet ein anderes Medikament unter dem Strich besser abschneiden würde.  Das Tumor-Genom: Steckbrief für die Therapiesuche Tumore und sonstige krebsartigen Erkrankungen sind dadurch gekennzeichnet, dass in den entarteten Zellen Mutationen im Genom vorkommen, die in den gesunden Zellen fehlen und die für das ungezügelte Wachstum verantwortlich sind. Diese Mutationen, oft mehr als eine sind nicht für das Wachstum verantwortlich, sonder auch für die Fähigkeit einiger Tumore zu metastasieren, d.h. Zellen bzw. Zeltverbände abzuspalten, die sich über den Blutkreislauf im Körper verbreiten und andere Organe befallen (Metatstasen Bildung). Eine molekulare Analyse der Tumor Genome (oft mehr als eines) kann die ursächlichen Mutationen aufdecken und damit Hinweise auf den molekularen Mechanisms liefern, den die Tumorzellen nutzen, um der Wachstums- und Immunkontrolle zu entgehen. Es gibt eine ganze Reihe spezialisierter Therapien, zumeist auf sogenannten Biologicals (Antikörper) aufgebaut, die gezielt Signalwege ausschalten, die von Tumormutationen gekapert wurden. Durch die Blockierung bestimmter Gene / Genprodukte kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden und das Immunsystem erhält eine faire Chance, den Tumor zu eliminieren, ehe er aus jeder Kontrolle gerät.  Bewahrer und Zerstörer in einem - das Immunsystem Unsere mächtigste Verteidigung gegen praktisch alle Krankheiten einschließlich Krebs ist unser Immunsystem. Dieses System hat aber nicht nur doe Kraft, nahezu alle Eindringlinge oder entartete eigenen Zellen zu zerstören, sondern kann auch unsere eigenes Gewebe angreifen un zerstören (z.B. bei Autoimmun-Erkrankungen). Daher wird diese potente Zerstörungsmaschine durch mannigfaltige Kontrollinstanzen im Zaum gehalten, damit sich das Immunsystem keine selbstmörderischen Aktivitäten entwickelt. In einer ganzen Reihe von Erkrankungen, keineswegs nur bei Krebs, werden eine dieser Kontrollmechanismen dazu missbraucht, das Immunsystem für die innere oder äußere Bedrohung “blind” zu machen. Das nennt man induzierte Immuntoleranz un des führt dazu, dass sich entartete oder fremde Zellen ungestört im Organismus bewegen und festsetzen können, ohne vom Immunsystem behelligt zu werden. Personalisierte Medizin hilft dabei, zu erkenn, in welcher Weise das Immunsystem hier ausgetrickst wird. Speziell im Falle von Tumoren kann man dem Patienten Immunzellen entnehmen, sie außerhalb des Körpers reaktivieren (so dass sie das Tumorgewebe wieder als fremd erkennen) und in den Körper des Patienten reimplantieren. Dort gehen diese extern trainierten Zellen dann tatsächlich auf den Tumor los. Das ist insofern ideal, als die körpereigenen Abwehr den Kampf wieder übernimmt, und keine externen Chemikalien mit all ihren Wirkungen und Nebenwirkungen ins Spiel kommen müssen. Diese Art der Therapie nennt man “immun-Therapie” und sie wird ein einem eigenen Blog-Beitrag noch näher vorgestellt werden.   Abbildung 12: Optimale Therapie Auswahl Optimale Therapie im Sinn der Personalisieren Medizin bedeutet aber nicht zwangsläufig die best-denkbare Therapie. Oft ist die wirklich beste Therapie (noch) gar nicht verfügbar. Daher könne wir von Personalisierter Medizin nur die Auswahl der besten verfügbaren Therapie erwarten. Trotzdem, wird das auf lange Sicht auch zu Entwicklung neuer Therapien führen, obwohl die auslösenden Patienten selbst wohl kaum mehr von den neuen Therapien profitieren werden. Hätten nicht frühere Generationen von Patienten ihre Daten und Gewebeproben der Forschung zur Verfügung gestellt, würden allerdings auch heutige Patienten nicht von den daraufhin bereits entwickelten Therapien profitieren können. Es handelt sich also um eine besondere Form eines Generationenvertrags: Wenn wir heute unsere Daten und Gewebeproben der Forschung verfügbar machen, können künftige Generationen (z:B. unsere eignen Kinder) von den darauf basierenden Forschungen profitieren, so wie wir von derselben Haltung der  Generation unserer Väter und Mütter.  Was kommt als nächstes? Nächste Woche verlassen wir das Gebiet der prädikativen P4-Medizin und wenden uns dem personalisierten Teil zu. Zunächst mit einer Einführung der diversen Omics-Technologien. ​

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