Um welche Inhalte gehtes in diesem Blog?

Personalisierte Medizin ist notwendigerweise ein interdisziplinäres Unterfangen, das Biowissenschaften mit Medizin zusammenbringt und dabei natürlich den gesellschaftlich-rechtlichen und ethischen Normen entsprechen muss. Daher wurde eine ganze Anzahl neuer Begriffe geprägt. Etliche vorhandene Begriffe erfuhren in diesem Zusammenhang auch einen Bedeutungswandel gegenüber der bislang in getrennten Fachgebieten gängigen Bedeutung. 

 

Ich wähle als äußeres Grundgerüst, um all diese Begriffe einzuordnen, die Definition der P4-Medizin, wie sie von Leroy Hood (Institute for Systems Biology SBI, Seattle, Washington, USA) vor etlichen Jahren geprägt wurde (Hood et al, 2012). P4 steht dabei für die vier großen Bereiche der personalisierten Medizin:

 

English         Deutsch

 

Preventive         Präventiv (vorsorgend)

Predictive          Prädiktiv (vorausschauend)

Personalized     Personalisiert (auf Personen oder Personengruppen bezogen)

Participatory     Partizipierend (teilnehmend)

 

Daneben wurden noch etliche andere Definitionen publiziert, die aber letztlich doch alle mehr oder weniger gleiche Inhalte darstellen. Z.B. hat das zentrale Gesundheits-Forschungszentrum der USA, das National Institute of Health (NIH, Bethesda, Maryland, USA) den Begriff “Precision Medicine” im Jahr 2015 als Oberbegriff gewählt Ihrer Precision Medicine Initiative (PMI) gewählt, die am 30.01.2015 von President Obama auf den Weg gebracht wurde. Im Sinne der P4 Medizin ist dieser Begriff unter dem Oberbegriff “Personalisiert” einzuordnen, was ich auch tun werde.

 

Ich stelle die englischen Begriffe hier mit dar, weil sie oft auch im Deutschen als Anglizismen verwendet werden. Folgende Unterteilungen der vier großen Überschriften der P4-Medizin möchte im in diesem Blog behandeln:

 

Preventive - Präventiv (vorsorgend)

    Scientific Wellness  (quantifizierbare Gesundheit, Wohlbefinden)

    Life Style (Lebenstil, Lebensweise)

    Health monitoring (Vorsorge, Gesundheitschecks)

    Education on health/ethics issues (Bildung und Information über Gesundheit und gesundheits-bewußtes 

    Verhalten, ethische Aspekte, und Aufklärung über Chancen und Risiken)

    

Predictive - Prädiktiv (vorausschauend)

    Molecular diagnostics (Molekularbiologisch gestützt Diagnose)

    Companion diagnostics (begleitende Tests für einzelne Medikamente)

    Prediction of risk (Risiko-Abschätzung, Vorsorge-Untersuchungen, Prognose),

    Selecting optimal treatment (Optimale Therapie-Auswahl)

    Monitoring of risks (Risiko-Verfolgung)

    Predicting side effects (Erkennen von Nebenwirkungen)

 

Personalized - Personalisiert (auf Personen oder Personengruppen bezogen)

    Omics Technologies (omics, d.h. auf die Gesamtheit aller molekular erfassbaren Werte einzelner Messverfahren 

    gerichtete bio-medizinische Verfahren)

    Precision Medicine (Päzisions-Medizin, Zusammenstellung therapeutischer Ansätze aufgrund

    spezifischer, messbarer Merkmale eines Patienten oder einer Patientengruppe)

    Patienten Stratifizierung (Gruppeneinteilung nach gemeinsamen Merkmalen)

    Individual-Medizin (Individuelle Medizin, wirklich nur auf eine(n) einzige(n) Patienten/in bezogen)

    Therapy monitoring (Therapie-Verlaufskontrolle)

 

Participatory - Partizipierend (teilnehmend)

    Die beteiligten Interessengruppen und Vertreter:

    Patienten - das sind wir letztlich alle    

    Ärzte, sowohl niedergelassene als auch Klinik-Ärzte

    Klinische Laboratorien, die alle Testverfahren durchführen

    Pharmazeutische Industrie    

    Krankenkassen und andere Kostenträger

    Ökonomen, die das Kosten/Nutzen Verhältnis zu ermitteln versuchen    

    Wissenschaftler in Akademia (Universitäten, öffentlichen Forschungszentren, etc) und in der Industrie

    Datenschutzbeauftragte in Klinken und Unternehmen    

    Mitglieder der Ethikräte

    Juristen, Richter, welche die Umsetzung der Richtlinien überwachen und durchsetzen    

    Politiker, die eben diese Richtlinien zuerst erlassen müssen

 

Ich werde in diesem Zusammenhang versuchen, Anregungen dafür zu geben, was jeder tun kann bzw. sollte, um personalisierte Medizin zu einer realistischen Option für alle zu machen. 

 

Ich plane, die einzelnen Themen, wenn auch in unterschiedlicher Tiefe, in der eben genannten Reihenfolge abzuhandeln, wobei jeder Unterpunkt zumindest einen eigenen Blog-Beitrag erhalten wird. Manche Punkte werden sicherlich mehrere aufeinander folgende Blog-Einträge erfordern, dies wird dann jeweils über eine fortlaufende Nummer im Titel angezeigt werden. Das soll das Wiederauffinden vorheriger Beiträge erleichtern.

 

Literatur-Hinweise 

 

Hood, L., Balling, R. & Auffray, C. Revolutionizing medicine in the 21st century through systems approaches. Biotechnol J 7, 992-1001, doi:10.1002/biot.201100306 (2012).

 

 

Was kommt als nächstes?

 

Nächste Woche werde ich mich zunächst noch einmal mit Definitionen der Personalisierten Medizin als ganzes befassen, da auch über deren Einzugsbereich durchaus unterschiedliche Auffassungen herrschen. 

info@m4.de