Partizipierend - (teilnehmend)

Patienten - das sind wir letztlich alle

 

Wie ist diese Gruppe definiert?

 

Natürlich sind wir nicht alle Patienten im strengsten Sinne: Personen, die medizinische Behandlung für irgendein Leiden suchen. Ich bevorzuge die Erklärung aus Wikipedia:  “Als Patient […] wird jemand bezeichnet, der ärztliche Dienstleistungen oder Dienstleistungen anderer Personen, die eine Heilbehandlung durchführen, in Anspruch nimmt. Zur Personengruppe der Patienten gehören aber auch gesunde Personen”. Denken wir nur mal and die regelmäßig Kontrolle beim Zahnarzt, auch wenn nichts akut weh tut. Oder die Herzkreislauf-Vorsorge, die Darmspiegelung zur Verhinderung von Darmkrebs, etc. Alles medizinische Leistungen, die der Prävention zuzurechnen sind, nicht der Behandlung. Dadurch wird es wohl einfacher die Titelzeile zu verstehen “- das sind wir letztlich alle”.

 

Was sind die Rollen dieser Gruppe in der Personalisierten Medizin?

 

Natürlicherweise sind Patienten die Empfänger von medizinischen Behandlungen (personalisiert oder nicht). Trotzdem sollten Patienten eine deutliche aktivere Rolle einnehmen, gerade in der Personalisierten Medizin. Als erstes verlangt Prävention vom Patienten ein deutlich höheres Engagement als von den Ratgeber (Ärzte, Physiotherapeuten etc). Aber auch im Zuge einer Therapie kommt dem Patienten eine aktive Rolle zu, oder zumindest sollte das so sein. Medikamente sind ein großartige Hilfe für den Körper, aber noch nie hat eine Medizin irgend jemanden geheilt. Das funktioniert nur mit Hilfe der Eigenanstrengungen des Patienten, auch wenn viele davon unbewußt erfolgen (z.B. die Grundaktivität des Immunsystems). Körperliches und geistiges Engagement des Patienten kann das aber erheblich verstärken. Die Zustimmung, dass persönliche medizinische Daten für Forschung und Entwicklung verwendet werden dürfen, ist auch eine aktive Maßnahme des Patienten die weitreichende Konsequenzen hat, egal wie man sich entscheidet. 

 

Welchen Einfluss hat diese Gruppe auf die Entwicklung der Personalisierten Medizin?

 

Patienten interagieren mit Ärzten, egal ob als niedergelassene Ärzte oder in Kliniken. Ihre Fragen und Forderungen tragen wesentlich dazu bei, in welche Richtung therapeutische Strategien vorangetrieben werden. Es ist zwingend erforderlich, dass ein Patient jeder invasiven Behandlung (sogar Diagnose) ausdrücklich zustimmt. Die Bereitschaft der Patienten an klinischen Studien teilzunehmen ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungsmethoden. Unsere Entscheidungen in all diesen Punkten erscheinen vordergründig rein persönlicher Natur zu sein. Aber in der Summe sind sie eine der wichtigsten Triebkräfte, die Medizin, einschließlich Personalisierter Medizin voranbringen. Oder aufhalten, je nachdem wie wir uns entscheiden. 

 

Abb 24: Patienten und Ihre Rollen

 

Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner für diese Gruppe?

 

Wie schon erwähnt, sind Ärzte die natürliche erste Adresse für Patienten, wenn es um medizinische Fragen geht. Nicht-ärztliche Gruppen (KrankenpflegerInnen, PhysiotherapeutInnen, Krankenkassenverteter und manchmal eben auch Anwälte) gehören zu den anderen Gruppe, die regelmäßig Patientenkontakt haben. 

 

Was sollte diese Gruppe zur Entwicklung und Verbreitung der Personalisierten Medizin beitragen?

 

Ein aktive Rolle in der Planung und Umsetzung persönlicher Vorsorge, Diagnose und Behandlung in Abhängigkeit des aktuellen Standes trägt wesentlich zu den weiteren Entwicklungen bei. Das geht über rein medizinische Themen hianus, denn wir beeinflussen ja auch unsere Politiker und Abgeordneten. Und die wiederum entscheiden schließlich über die Rahmenbedingungen, unter denen Medizin einschließlich Personalisierter Medizin arbeiten kann. 

 

Was kommt als nächstes?

 

Nächste Woche sehen wir uns das andere Ende der Hauptachse an, die Ärzte.

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