Partizipierend (teilnehmend)​

Mitglieder der Ethikräte

 

Ich beschränke ich hier auf den Deutschen Ethikrat, der auf nationaler Ebene aufgestellt ist und 26 Mitglieder umfasst.   Die Mitglieder sind so ausgewählt, dass sie die naturwissenschaftlichen, medizinischen, theologischen, philosophischen, ethischen, sozialen, ökonomischen und rechtlichen Belange kompetent repräsentieren. Die Mitglieder werden für 4 Jahre berufen und können einmal wiederberufen werden. 

 

Wie ist diese Gruppe definiert?

 

Es handelt sich um Fachleute, oft Universitätsprofessoren Ihrer jeweiligen Fachgebiete, die sich im Schnitt einmal monatlich treffen und eine Jahrestagung abhalten. Der Ethikrat befasst sich mit allen ethischen Belangen, nicht nur der personalisierten Medizin. Themen sind unter anderem die anonyme Kindesabgabe (Babyklappe), Humanbiobanken, Genetische Diagnostik, Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen, Präimplantationsdiagositik, Demenz und Selbstbestimmung, etc. Viele dieser Themen sind auch für Ansätze der Personalisierten Medizin von Bedeutung. 

 

Was sind die Rollen dieser Gruppe in der Personalisierten Medizin?

 

Der Ethikrat berät die Politik und setzt unter anderem Wertmaßstäbe fest, nach denen personalisierte Behandlungsversuche bewertet und letztlich dann auch erstattet werden. Aufgabe des Ethikrates ist es auch das ethisch vertretbare von dem rein technisch machbaren abzugrenzen. Der Deutsche Ethikrat erfüllt hierbei eine Doppelfunktion. Er ist sowohl ein Diskussionsform ethischer und rechtlicher Fragen als auch ein Beratungsgremium. 

 

Welchen Einfluss hat diese Gruppe auf die Entwicklung der Personalisierten Medizin?

 

Gerade im Bereich der personalisierten Behandlung von lebensbedrohlichen Tumoren stellt sich rasch die Frage nach dem Kosten-Nutzen Verhältnis. Damit immer auch implizit die Frage, wieviel ist ein Tag / Monat / Jahr zusätzliches Überleben des Patienten in Euro wert? Wann überwiegt das Interesse der Allgemeinheit (die nicht jede beliebig teuere Behandlung für jeden bezahlen kann) und wann dominiert der Behandlungswert für den einzelnen? Alles Fragen mit denen sich der Ethikrat auseinandersetzt. 

 

Abb 32: Deutscher Ethikrat

Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner für diese Gruppe?

 

Die Empfehlungen des Ethikrates gehen in die Politik und damit mittelbar auch zu den Kostenträgern, sprich Krankenkassen, die sich hinsichtlich der Erstattungssätze an den Voten des Ethikrates orientieren. Aber auch die vielen ethischen Komitees in Kliniken, kirchlichen und sonstigen Einrichtungen orientieren sich an den Vorgaben des Ethnikrates ebenso wie sie diese ja durch Entsendung der Mitglieder des Ethikrates auch mitbestimmen. 

 

Was sollte diese Gruppe zur Entwicklung und Verbreitung der Personalisierten Medizin beitragen?

 

Ethische Überlegungen und wirtschaftliche Interessen gehen selten konform. Damit besteht für den Ethikrat ein permanentes Konfliktrisiko, das nur durch beständige Ausarbeitung immer neuer Kompromisse zu bewältigen ist. Ebenso wie die Technologie im Bereich der Personalisierten Medizin ständig neue Türen und Möglichkeiten eröffnet, muss der Ethikrat versuchen, diese in seinen Vorgaben zu berücksichtigen. Wenn das zeitnah gelingt, dann kann die Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsverfahren zügig voranschreiten. Der Ethikrat ist also einer der Taktgeber für die juristischen Rahmenbedingungen unter welchen die Personalisierte Medizin arbeitet. 

 

 

Was kommt als nächstes?

 

Nächste Woche möchte ich kurz die Beteiligung von Juristen ansprechen, die ja spätestens wenn es Streit gibt, immer und überall einbezogen werden. 

info@m4.de