München ist in der bundesweit einzigartigen Situation, an allen sechs "nationalen Zentren für Gesundheitsforschung" beteiligt zu sein, die in den Jahren 2009-2011 durch das BMBF ausgewählt wurden. Dabei handelt es sich um Forschungskonsortien aus Universitäten, Universitätskliniken und außeruniversitären Forschungsinstituten, die ihre Kräfte für die Bekämpfung der großen Volkskrankheiten vereinen. Die „Zentren“ sind also im Grunde „Netzwerke“ verschiedener Standorte in Deutschland, die in einer gemeinsamen Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Gesundheit ausgewählt wurden. Wir stellen sie hier kurz vor.
Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung
Medizinische Forschung in München
Dt. Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Das Zentrum wurde 2009 gegründet und hat Standorte in München, Tübingen, Bonn, Witten, Magdeburg, Dresden, Rostock/Greifswald und Göttingen. Die translationale Forschung konzentriert sich auf die Krankheiten Parkinson und Alzheimer. Voraussichtlich im Jahr 2013 wird das Münchner DZNE zusammen mit dem Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) einen Neubau in unmittelbarer Nähe des Klinikums Großhadern beziehen.
Dt. Zentrum für Diabetesforschung (DZD)
Ebenfalls 2009 gegründet, umfasst das Zentrum Partner in München, Tübingen, Düsseldorf, Potsdam und Dresden. Thematische Schwerpunkte sind die komplexen Entstehungsmechanismen von Diabetes und die Präventionsforschung. Es wird eine zielgerichtete Therapie angestrebt, die die individuellen Anlagen eines Patienten, das Genom sowie das Metabolom, berücksichtigt.
Dt. Konsortium für Translationale Krebsforschung (DZK)
Im November 2010 wurden die ausgewählten Partnerinstitute bekannt gegeben; diese befinden sich in München, Tübingen, Heidelberg, Freiburg, Essen, Frankfurt/Mainz, Dresden und Berlin. Durch das Auffinden gemeinsamer Signalwege sollen zielgerichtete, personalisierte Therapien gegen verschiedene Krebsarten (speziell Darm– und Pankreaskrebs, akute Leukämie und Lymphome) entwickelt werden.
Dt. Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK)
Im Jahr 2010 wurden die Standorte München, Heidelberg, Frankfurt am Main, Göttingen, Hamburg/Lübeck, Berlin und Greifswald ausgewählt. Münchner Partner im DZHK ist die Munich Heart Alliance, die sich insbesondere der Überführung von Grundlagenforschung in die klinische Forschung und Anwendung verschrieben hat und eine enge Zusammenarbeit mit der m4 Biobank Alliance anstrebt.
Dt. Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
Im Jahr 2010 wurde der Erfolg der Bewerbungen von Instituten aus München, Tübingen, Heidelberg, Gießen, Köln/Bonn, Braunschweig/Hannover und Hamburg bekannt gegeben. Aus vertieften Erkenntnissen über Krankheitserreger und Infekte sollen neue Strategien gegen resistente Bakterien abgeleitet werden.
Dt. Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Ausgewählt wurden im Jahr 2010 Standorte in München, Heidelberg, Gießen/Marburg, Hannover und Borstel. Thematische Schwerpunkte werden u.a. Asthma und Allergie, chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Lungenkrebs sein, und insbesondere die Prädikation und Stratifizierung dieser Krankheiten.





