Personalisierte Medizin

Personalisierte Medizin

Krankheiten sind so unterschiedlich wie Menschen

Das Konzept der Personalisierten Medizin berücksichtigt, dass Patienten, die unter den gleichen Symptomen leiden, aus unterschiedlichen molekularen und genetischen Ursachen erkrankt sein können. Zwar unterscheidet sich ein menschliches Individuum auf der genetischen Ebene nur minimal von jedem anderen, doch diese minimalen genetischen Unterschiede haben in vielen Fällen das Potenzial, bei ihm über Krankheit und Gesundheit zu entscheiden.

Auch der Therapieerfolg hängt oft von der genetischen Disposition des Patienten ab. Was den einen heilt, zeigt bei dem nächsten keine Wirkung. So hängt es zum Beispiel von dem individuellen Stoffwechsel ab, ob ein Medikament ausreichend lange im Blutkreislauf verweilt, um seine Wirkung zu entfalten. Diese Unterschiede in der sogenannten Pharmakokinetik sind auch die Ursache für mehr oder minder stark ausgeprägte Nebenwirkungen von Medikamenten. In den USA wird schon jeder vierte Todesfall auf schädliche Nebenwirkungen von Medikamenten zurückgeführt.

Die Medizin der Zukunft

Um diese Probleme zu lösen, verfolgt die Personalisierte Medizin den Ansatz, schon vor der Medikamentengabe zu ermitteln, ob ein Patient auf eine Therapie ansprechen und ob er sie gut vertragen wird. Dies geschieht mit einem Test auf sogenannte Biomarker, die die Zuordnung eines Kranken zu einer Patientengruppe ermöglicht, für die eine maßgeschneiderte Therapie zur Verfügung steht.

Damit hat die Personalisierte Medizin das Potential, die zentralen Herausforderungen und Probleme der heutigen Medikamentenentwicklung zu überwinden:

  • unzureichende Sicherheit und Wirksamkeit der Medikamente im Patienten,
  • mangelnde Effizienz der Medikamentenentwicklung durch lange Entwicklungszeiten,
  • hohe Kosten und hohe Ausfallraten auf Seiten der Industrie.

Forschung und Entwicklung

Im Spitzencluster München kooperieren Biotechnologie-Unternehmen und akademische Gruppen unter dem Leitbegriff Personalisierte Medizin in etwa 30 Forschungsprojekten, in denen neue Medikamente und Technologien entwickelt werden sollen.